Olsson – BB17 Restauration – Teil 2

Was hier aussieht wie ein Holzpfropfen, nennt man „stopwater“ und genau das macht er. Er ist eingebaut im Übergang vom Steven zum Kiel ( das Boot liegt hier Kopfüber auf dem Deck ) und ist weicher, quillt also schneller, als das harte Holz an Kiel und Steven und verschliesst so relativ schnell diesen Übergang, wo immer Wasser reinkommt.

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Hier noch ein paar Bilder vom Verlegen des Pine-Decks.

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Und wehe, es ist doch irgendwo ein Astloch – dann kann man wieder von vorne anfangen.

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Aber irgendwann kann man sich dann auch vorstellen, daß es mal geschafft sein könnte.

Das hat wirklich 4 Monate gedauert, mit kleinen Urlauben und Arbeit dazwischen.

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Hier sind die Fugen dann schon gesäubert und mit Sika gefüllt. Und dann wird wieder geschliffen.

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Steuerbord ist schon geschliffen.

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Die Kajüte ist hier schon wieder aufgesetzt.

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Mit etwas Lack auf der Kajüte, das Dach grundiert und etwas Öl auf dem Stabdeck macht das gleich einen anderen Eindruck.

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Die Pinne hat man auf einem der ersten Fotos gesehen. Geschliffen, lackiert und wieder in Bronze zum Unterschied. Der Reitbalken ist auch schon montiert.

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Franks Vater hat mir dafür die Bronze Schraube gedreht. Vielen Dank.

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Die schönen Andersen-Winschen

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Hier sind auch schon die Mahagoni- Leisten montiert, die mir Ray gefräst hat.

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Das Dach wird erst mit einer Lage Glasfaser verstärkt und abgedichtet.

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Darauf grundier ich noch, bevor ich dann die Leinwand drauf spanne.

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Die Leinwand wird erst grundiert und dann mit Amphibolien gestrichen. Sowas wie Leinwand-Farbe gab´s früher mal für Boote. Heute hat keiner mehr sowas. Also habe ich eine hochwertige Fassadenfarbe genommen, die super flexibel bleibt und nicht bricht, wie zuviel Ölfarbe auf der Leinwand. Ich bin gespannt. Aussehen tut´s prima.

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Das ist der Kiel von unten. Man sieht gut die offenen Kieltaschen, wo die Bolzen verschraubt waren.

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Eine Bohle muss auch hier beim Totholz ersetzt werden.

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Die Bolzenlöcher fülle ich mit Paraffin, das dichtet ausgezeichnet und ist wasserabweisend. Füllt auch die Risse im Totholz.

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Die alten Kielbolzen. Sind gar nicht so schlecht gewesen. Die hätten sicher nochmal 50 Jahre gehalten. Die neuen sind aus V4A . Franks Vater hat die Gewinde drauf gedreht. Was täte ich ohne Frank und seinen Papa ?

Und was haben wir geschuftet, bis die raus waren.

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Der Kiel ist wieder drauf.

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Die Bilge mit den neuen Bolzen.

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Anfang 2019 steht die BB17 wieder auf ihrem Hänger.

Sie hatte bis dato keinen richtigen Namen, nirgends war eine Werft-Baunummer oder ein Name zu finden. Nur eine kleine Plakette im Boot mit „AWO“.

Nachdem Bo mir erzählt hat, daß sie das Boot deswegen „Always Whiskey Olsson“ genannt haben, weil sein Onkel gerne getrunken hat und auf dem Boot dann seinen Rausch ausgeschlafen hat, werde ich sie „Olsson“ nennen.

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Nach einem extrem heissen Sommer muss die BB17 ausgeleistet werden. Es haben sich zuviele Spalten aufgetan. Mit einer kleinen Kreissäge werden Schlitze gesägt und mit dünnen Mahagoni Streifen verklebt.

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Ray hat eine perfekte Luke fürs Vorschiff gezimmert.

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Die nächsten Wochen wird lackiert.

Der Rumpf mit 10 Schichten Epiphanes und das Deck mit Owatrol D1 und anschliessend 8 Schichten D2. Mit dem Sika in den Fugen verträgt sich kein Alkydharzlack.

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Das Ruder wird wieder angebaut.

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Und jetzt hat die BB17 auch endlich einen Namen: Olsson soll sie heissen, wie der schwedische Vorbesitzer, der viel Zeit mit ihr verbracht hat.

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Da blaue Antifouling ist von LeFant. Momentan das Einzige, was biozidfrei ist. Stink aber trotzdem unglaublich. Ohne Maske nicht auszuhalten.

Der Zierstreifen ist jetzt golden. Vorher war er weiss.

Mittlerweile ist es Frühjahr 2019 und die Zeit wird knapp bis zum Wassern.

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Frank hat einen genialen Kranhaken gebaut. Der wird an zwei Kielbolzen befestigt und hebt das Boot ohne Kratzer an der Bordwand oder abgebrochene Bugnasen.

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Im April 2019 liegt sie wieder im Wasser. Ich habe eine neue Motorhalterung. Sehr dezent ( was man vom Motor nicht behaupten kann ) und praktisch.

Und sie segelt phaenomenal. Super sicher liegt sie am Ruder, bis das Wasser bei der Plicht rein läuft, bei voller Segelgarderobe. Da haben die anderen schon gerefft oder keine Segel mehr oben. Ein richtiges Rennpferd. Den Härtetest hat sie mit Bravour bestanden. Nur die Bilgepumpe ist kaputt – Plastik gebrochen.

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Erste Regatta und gleich ein fetter Pokal !

Bei der Havelklassik 2019 sind wir nicht durch sportliche Leistung aufgefallen. Leider konnte die Olsson ihr Potential nicht ausspielen und ist in der Flaute verhungert. Aber sie hat als Sonderklasse den schönen Wanderpokal bekommen.  Fürs Durchhalten nach 6 Stunden Rumdümpeln war das mehr als ein Trost.

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